doxx.net begründet den Verzicht auf zentrale Zwischenserver damit, dass solche Server gleich mehrere Probleme schaffen: Sie bilden einen einzelnen Punkt für Abhören und Überwachung, liefern Datenschutzversprechen, die eher Richtlinie als Realität seien, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Agent auf einem bösartigen Ziel landet, und sind anfällig für Zensur und Sperren.

Firmenchef Barrett Lyon formuliert den Anspruch deutlich: „Die Branche verkauft Privatsphäre als Funktion, während sie den Datenverkehr über gemietete Infrastruktur leitet, die ihr nicht gehört und die sie nicht überprüfen kann." Man habe stattdessen physisch etwas anderes gebaut – „eine Plattform, auf der Privatsphäre aus der Architektur selbst entsteht, nicht aus einem Richtliniendokument". Menschen und Agenten im Netz, nicht Dritte, sollten die Bedingungen ihrer Privatsphäre festlegen. Andere wüssten, was man suche, wohin man gehe und mit wem man spreche: „Wir nicht. Und wir haben das Netz so gebaut, dass wir es nie können."

Technisch setzt ADN auf serverlose Peer-to-Peer-Kommunikation mit Ende-zu-Ende-verschlüsselten Nachrichten und Dateiübertragungen. Hinzu kommen ein integrierter Bedrohungsschutz, der bösartige Ziele, Schadsoftware und Phishing-Seiten blockiert, eine Agentenanbindung mit API-Steuerung sowie Funktionen gegen Tracking. Native Anwendungen gibt es für iOS, macOS und Android, Windows und Linux werden unterstützt; alles läuft über ein eigenes globales Backbone.

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Zum Konzept gehört ein eigenes Namenssystem: Das parallele Internet-Ökosystem umfasst 196 eigene Top-Level-Domains und eine eigene Zertifizierungsstelle. Die ADN-Netze der Kunden lösen damit Domains auf, die das öffentliche Internet nie gesehen hat – ohne Beteiligung Dritter. Der Bedrohungsschutz greift auf DNS-Ebene und blockiert bekannte wie neu auftretende bösartige Ziele, bevor eine Verbindung zustande kommt. Seit Dezember 2025 will doxx.net in der geschlossenen Beta mehr als 38 Millionen Bedrohungen abgewehrt haben.

Kunden können nach Angaben des Anbieters durchgängig auf Infrastruktur laufen, die doxx.net selbst gehört: eigener IP-Adressraum und eigene ASN, eigener DNS-Root, eigene Zertifizierungsstelle, eigene lokale KI-Modelle und eigene Bare-Metal-Server. Benutzernamen, Passwörter oder sonstige persönliche Daten verlangt der Dienst nicht – Konten werden per Proof-of-Work angelegt.

Joel De La Garza, Partner bei Andreessen Horowitz und Vorstandsmitglied bei doxx.net, ordnet die Investition so ein: „Das Internet war nie für Privatsphäre ausgelegt." doxx.net habe einen Privatsphäre-Stack aus einem Guss von Grund auf gebaut, sodass Menschen und KI-Agenten in einem Netz arbeiten könnten, „das durch seine Architektur privat ist, nicht durch ein Marketingversprechen".