Nach der Stellungnahme von ATB reagierte DataSuckers mit Datenproben auf Telegram. Die gesamte Datenbank wolle man nicht veröffentlichen, sondern „für einen erheblichen Betrag“ verkaufen, so die Gruppe.
Nach eigenen Angaben verfügt DataSuckers über Daten von 7,9 Millionen Kunden: Namen, Telefonnummern, E-Mail- und Postadressen sowie Passwort-Hashes. Hinzu kämen Passdaten von Beschäftigten und Aufzeichnungen zu mehr als 11 Millionen Bestellungen. Zur Untermauerung veröffentlichte die Gruppe Screenshots der angeblich entwendeten Informationen. Unabhängig bestätigen ließen sich weder die Authentizität der Daten noch der Umfang des behaupteten Vorfalls.
ATB selbst weist zurück, dass Kundendaten betroffen seien. Teile der Online-Dienste schaltete das Unternehmen vorübergehend ab und sprach von technischer Wartung. Die Erpressernachricht auf der Website verschwand später wieder.
Die Kette zählt Anfang 2026 mehr als 1.300 Märkte und über 60.000 Beschäftigte. Russlands Krieg gegen die Ukraine hat dem Unternehmen erheblichen Schaden zugefügt: Hunderte Filialen wurden zerstört, Lagerhäuser beschädigt.
DataSuckers beschreibt sich selbst als finanziell motiviert und nicht politisch ausgerichtet. Über einen Telegram-Kanal veröffentlicht die Gruppe ausführliche Schilderungen der Einbrüche, die sie für sich reklamiert, und fordert Opfer, Journalisten und Strafverfolgungsbehörden offen dazu auf, sie für Stellungnahmen oder Datenproben zu kontaktieren.
Zuletzt behauptete die Gruppe mehrere Angriffe auf große russische Unternehmen. Im September bekannte sie sich zu einem Angriff auf Dodo Pizza, eine russische Schnellrestaurantkette mit rund 1.500 Filialen in 28 Ländern. Dodo bestätigte später, dass Angreifer möglicherweise auf Kundennamen, Adressen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten und Bestelldetails zugegriffen haben.
Auch für einen Angriff auf den großen russischen Reiseveranstalter Tez Tour reklamierte DataSuckers die Verantwortung und veränderte dessen Website. Die Angreifer gaben an, sich rund zwei Wochen in den Systemen des Unternehmens bewegt und Kundendaten entwendet zu haben. Tez Tour bestätigte lediglich eine Störung der Website, nicht aber einen Datendiebstahl.
Die Gruppe kommuniziert offenbar vorwiegend auf Russisch; wo sie sich aufhält, ist unklar.
