Die vier Botnetze unterscheiden sich deutlich in ihrer Reichweite. Aisuru fiel zuletzt durch seine enorme Schlagkraft auf. Sein Nachfolger Kimwolf geriet in den Fokus, weil er zur Ausweitung des Netzes Residential-Proxy-Netzwerke missbrauchte und so rund zwei Millionen Geräte unter seine Kontrolle brachte.
Den Umfang der Angriffsaktivität beziffert das DoJ über die Zahl der ausgegebenen Angriffsbefehle: Über das Aisuru-Botnetz wurden demnach mehr als 200.000 DDoS-Angriffsbefehle abgesetzt, über Kimwolf 25.000. Die weniger bekannten Netze JackSkid und Mossad kamen laut Ministerium auf 90.000 beziehungsweise 1.000 solcher Befehle.
AWS, das an der Zerschlagung beteiligt war, berichtete, dass auch JackSkid – ähnlich wie Kimwolf – auf Residential-Proxy-Netzwerke zurückgriff, um zu wachsen.
Die Verbindung zwischen Aisuru und Kimwolf hatte Cloudflare im Februar mit dem bisher größten dokumentierten DDoS-Angriff hergestellt, der mit 31,4 Tbit/s seinen Spitzenwert erreichte.
Zu den Maßnahmen der Operation gehörte die Beschlagnahme mehrerer Internet-Domains, virtueller Server und weiterer Infrastruktur, die von Aisuru, Kimwolf, JackSkid und Mossad genutzt wurde. Nach Angaben des DoJ führten die Strafverfolgungsbehörden in Kanada und Deutschland „eigene Operationen gegen Botnetz-Administratoren und Botnetz-Infrastruktur" durch. Ob dabei Personen festgenommen wurden, teilte das Ministerium nicht mit.
