New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James hat Valve Corporation wegen der Förderung illegalen Glücksspiels durch Loot-Boxen verklagt. Die Vorwürfe richten sich gegen zufallsbasierte virtuelle Preise, die gegen echtes Geld getauscht werden können.
Die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, hat gegen den Spieleentwickler und Publisher Valve Corporation Klage eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen ermöglicht Kindern und Jugendlichen durch sogenannte Loot-Boxen illegales Glücksspiel und verstößt damit gegen die Glücksspielgesetze des Staates.
Valve betreibt Steam, einen der weltweit größten digitalen Vertriebsplattformen für Computerspiele. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung spielten über 29 Millionen Nutzer gleichzeitig auf Steam, davon etwa 7,5 Millionen aktiv in einem Spiel.
Nach Ansicht der Staatsanwältin funktionieren die Loot-Boxen wie digitale Spielautomaten: Spieler zahlen Geld für die Chance, zufällig virtuelle Gegenstände zu erhalten, die anschließend gegen echtes Geld verkauft werden können. “Illegales Glücksspiel ist schädlich und führt zu ernsthaften Suchtproblemen, besonders bei jungen Menschen”, so James. “Valve hat Milliarden verdient, indem das Unternehmen Kindern und Erwachsenen ermöglicht, illegal um wertvolle virtuelle Preise zu spielen.”
Die Klage konzentriert sich auf Loot-Boxen in Counter-Strike 2, Team Fortress 2 und Dota 2, die Spieler mit zufälligen Items wie Waffenskins oder Charakter-Zubehör belohnen. Laut der Staatsanwältin manipuliert Valve die Gewinnchancen gezielt, um seltene Items künstlich wertvoller zu machen. Der Gesamtwert der im März 2025 auf dem Markt befindlichen Items wird auf etwa 4,3 Milliarden Dollar geschätzt. Einzelne Items wie AK-47-Skins haben bereits Preise von über einer Million Dollar erreicht und machen Steam-Konten damit zu attraktiven Zielen für Hacker und Betrüger.
Die Anklage betont auch die Gefahr für Minderjährige, die durch den Kauf von Loot-Boxen ihr soziales Ansehen in Gaming-Communitys verbessern möchten. Forschungen zeigen: Kinder, die früh mit Glücksspiel in Berührung kommen, haben ein viermal höheres Risiko, später ein Glücksspielsuchtproblem zu entwickeln.
James fordert das Gericht auf, Valve zu verbieten, Loot-Boxen im Bundesstaat New York anzubieten, alle durch die Praxis generierten Gewinne zurückzuerstatten und Geldstrafen zu verhängen.
Dies ist nicht der erste Fall dieser Art: Der Genshin-Impact-Entwickler Hoyoverse (Cognosphere) einigte sich im Januar 2025 mit der US-Handelskommission (FTC) auf eine 20-Millionen-Dollar-Zahlung, um eine Klage über irreführende Loot-Box-Vermarktung gegenüber Minderjährigen beizulegen.
Valve hat auf eine Anfrage von BleepingComputer zu Stellungnahmen bislang nicht reagiert.
Quelle: BleepingComputer