Die Methode war auf Tarnung ausgelegt: Um einer Entdeckung zu entgehen, verteilte Smith die Abrufe über Tausende verschiedener Titel und leitete den Datenverkehr durch virtuelle private Netzwerke (VPN), damit die Aktivität wie die echter Hörer wirkte. Zeitweise waren bis zu 10.000 Bot-Konten gleichzeitig aktiv.

Für den Aufbau dieser Konten griff Smith auf in großen Mengen eingekaufte gefälschte E-Mail-Adressen zurück und ließ die Registrierung von ausgelagerten Arbeitskräften erledigen. Laut Anklage machte er zudem falsche Angaben gegenüber Streaming-Diensten, Verwertungsgesellschaften und Musikvertrieben, um den Betrug zu verschleiern.

“Obwohl die Songs und die Hörer gefälscht waren, waren die Millionen Dollar, die Smith stahl, echt”, erklärte Jay Clayton, US-Staatsanwalt für den südlichen Bezirk von New York. Insgesamt soll Smith mehr als 8 Millionen Dollar an Tantiemen kassiert haben, die andernfalls an legitime Künstler und Songschreiber geflossen wären.

Das künstliche Aufblähen von Abrufzahlen durch Bots oder andere automatisierte Mittel ist auf den Streaming-Plattformen untersagt.

Der Fall fällt in eine Zeit, in der die Branche mit einer wachsenden Flut KI-erzeugter Musik konfrontiert ist. Der Streaming-Dienst Deezer teilte in diesem Jahr mit, täglich mehr als 60.000 vollständig KI-generierte Titel zu erhalten, und kündigte an, seine Erkennungswerkzeuge auszubauen und eine branchenweite Lizenzierung der Technologie zu prüfen.

Auch Apple bewegt sich in Richtung größerer Transparenz: Das Unternehmen stellte kürzlich Pläne für Metadaten-Kennzeichnungen vor, die offenlegen sollen, wann und wie KI bei der Musikproduktion zum Einsatz kommt. Damit sollen Plattformen, Vertriebe und Hörer zwischen von Menschen geschaffenen und synthetischen Inhalten unterscheiden können.