Zwischen Februar 2020 und Juli 2025 bewarb der Verdächtige das illegale Material über Zehntausende Domains. Angeboten wurden „Pakete" zu Preisen von bis zu 215 Euro (248 US-Dollar), für die Datenmengen von mehreren Gigabyte bis hin zu Terabyte versprochen wurden. Den Ermittlungen zufolge zeigten die Seiten Vorschauen des angeblichen Inhalts, lieferten nach der Bezahlung aber kein Material aus.
Die Behörden verfolgten die Infrastruktur hinter dem Netzwerk zurück und identifizierten zu Spitzenzeiten bis zu 300 Server, von denen mehr als ein Drittel in Deutschland stand. Nach Angaben der Ermittler erzielte der Verdächtige – ein 35-jähriger chinesischer Staatsangehöriger – Einnahmen von fast 400.000 US-Dollar von rund 10.000 Kunden weltweit. Die deutsche Staatsanwaltschaft hat einen internationalen Haftbefehl erlassen.
In diesem Monat weiteten die Behörden die Ermittlungen aus: Sie identifizierten 440 Personen, die die Plattform genutzt hatten. Gegen mehr als 100 von ihnen wird den Angaben zufolge weiterhin aktiv ermittelt.
Die Strafverfolgungsbehörden betonten, dass bereits der Versuch, solches Material zu kaufen, in vielen Rechtsordnungen eine Straftat darstellt – auch wenn die Kunden die illegalen Inhalte nie erhielten. Zugleich sehen die Behörden in den Nutzern mögliche Ermittlungsansätze. „Personen, die Zugang zu exklusivem und besonders schwerem Material suchen, können hochwertige Ziele darstellen", erklärten die Ermittler und verwiesen darauf, dass sich über solche Fälle größere kriminelle Netzwerke kartieren ließen.
