Im Zentrum der Operation Alice stand eine reine Betrugsmasche. Auf den Seiten wurden CSAM-„Pakete“ beworben und mit Vorschauen angekündigt, deren versprochene Datenmengen von wenigen Gigabyte bis zu mehreren Terabyte reichten. „Jedes Paket hatte geschätzte Kosten zwischen 17 und 215 Euro und versprach Datenmengen von einigen Gigabyte bis zu mehreren Terabyte an CSAM“, erklärt Europol. „Es handelte sich jedoch um rein betrügerische Seiten, auf denen CSAM beworben und in der Vorschau gezeigt, aber nie geliefert wurde.“

Die Masche funktionierte: Nutzer gaben ihre E-Mail-Adressen ein und zahlten zwischen 17 und 250 Euro in Bitcoin, ohne jemals etwas zu erhalten. Insgesamt fielen rund 10.000 Personen auf die Plattform herein und überwiesen dem Betreiber etwa 400.000 US-Dollar.

Obwohl diese Käufer nie illegales Material bekamen, hatten sie versucht, CSAM zu erwerben, und damit Kindesmissbrauch finanziell unterstützt sowie kriminellen Vorsatz gezeigt. Schon der Versuch, solches Material zu kaufen, wird in vielen Rechtsordnungen strafrechtlich verfolgt. Die Behörden haben bislang 440 Nutzer in 23 Ländern identifiziert; gegen 100 von ihnen wird derzeit ermittelt.

Auf dem Höhepunkt umfasste die Infrastruktur des Betrugsnetzwerks 287 Server. Ein erheblicher Teil davon – 105 Server – stand in Deutschland; sie wurden allesamt beschlagnahmt. Gegen den chinesischen Betreiber haben die deutschen Behörden zudem einen internationalen Haftbefehl erlassen.

Europol verweist im Zusammenhang mit der Aktion auf seine weitere Arbeit zum Kinderschutz. Dazu zählen die im November 2025 gestartete Unterstützungsplattform Help4U sowie die Initiative „Stop Child Abuse – Trace an Object“, bei der die Öffentlichkeit Gegenstände aus Missbrauchsmaterial identifizieren soll, um Täter aufzuspüren und Kinder vor Missbrauch zu bewahren.