PhishingHackerangriffeDatenschutz

Russische Hacker zielen auf Signal und WhatsApp ab: FBI warnt vor massiven Phishing-Angriffen

Russische Hacker zielen auf Signal und WhatsApp ab: FBI warnt vor massiven Phishing-Angriffen
Zusammenfassung

Russische Geheimdienste führen derzeit massive Phishing-Kampagnen gegen Nutzer von Messaging-Apps wie WhatsApp und Signal durch. Das FBI und die US-amerikanische CISA warnen vor gezielten Angriffen auf hochrangige Ziele wie aktuelle und ehemalige US-Regierungsbeamte, Militärangehörige, Politiker und Journalisten. Weltweit wurden bereits Tausende von Accounts kompromittiert. Die Angreifer nutzen dabei keine technischen Sicherheitslücken, sondern setzen auf Social Engineering: Sie geben sich als vermeintliche Support-Mitarbeiter aus und verleiten Opfer dazu, ihre Verifizierungscodes oder PINs preiszugeben. Haben die Hacker Zugriff, können sie Nachrichten lesen, Kontaktlisten einsehen, Mitteilungen im Namen des Opfers versenden und weitere Phishing-Angriffe von dieser vertrauenswürdigen Position aus durchführen. Auch die französische und deutsche Cybersicherheitsbehörden haben vor solchen Kampagnen gewarnt. Für deutsche Nutzer, insbesondere in Regierungspositionen, Medien und Unternehmen, stellt dies ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Experten empfehlen, Verifizierungscodes niemals weiterzugeben, verdächtige Nachrichten kritisch zu überprüfen und regelmäßig verbundene Geräte zu kontrollieren.

Die Angriffskampagne nutzt keine technischen Schwachstellen aus, sondern setzt vollständig auf Social Engineering und Täuschung. Die Angreifer geben sich als „Signal Support” aus und kontaktieren ihre Ziele über Messenger-Dienste, um sie dazu zu verleiten, auf Links zu klicken, QR-Codes zu scannen oder ihre PIN- und Verifizierungscodes preiszugeben.

Microsoft und Googles Threat Intelligence Group haben die Angriffskampagnen mit mehreren russisch ausgerichteten Bedrohungsgruppen verbunden: Star Blizzard, UNC5792 (auch als UAC-0195 bekannt) und UNC4221 (UAC-0185). FBI-Direktor Kash Patel betonte, dass die erfolgreichen Kompromittierungen es den Akteuren ermöglichen, auf Nachrichtenverläufe zuzugreifen, sich als Opfer auszugeben und weitere Ziele durch Missbrauch von Vertrauensbeziehungen anzugreifen.

Die Funktionsweise der Phishing-Angriffe unterscheidet sich je nach Angriffsmethode: Während einige Varianten auf das Klicken von Links oder das Scannen von QR-Codes abzielen, nutzen andere direkt die Preisgabe von Verifizierungscodes. In beiden Fällen erhalten die Angreifer Zugriff auf das Opfer-Konto.

Signal hat in einer eigenen Stellungnahme klargemacht, dass der Messenger-Dienst niemals von sich aus Benutzer kontaktiert, um Verifizierungscodes oder PINs anzufordern. Der SMS-Verifizierungscode werde nur bei der erstmaligen Anmeldung benötigt. “Wenn jemand einen Signal-bezogenen Code anfordert, ist dies ein Betrug”, heißt es in der Warnung.

Die Cybersicherheitsbehörden empfehlen, Verifizierungscodes und PINs niemals mit Dritten zu teilen, Links vor dem Anklicken zu überprüfen und bei unerwarteten Nachrichten von unbekannten Kontakten Vorsicht walten zu lassen. Nutzer sollten zudem regelmäßig verbundene Geräte überprüfen und verdächtige Einträge entfernen.

Dass diese Kampagnen ausgerechnet auf Regierungsbeamte, Militärs und Journalisten abzielen, unterstreicht die Gefahr für hochrangige Ziele weltweit. Für deutsche Nutzer, insbesondere in Politik und Medien, bedeutet dies erhöhte Vorsicht im Umgang mit Messenger-Diensten.