Das Verbot, das von der FCC am 20. März als “National Security Determination” (NSD) verkündet wurde, markiert einen Wendepunkt in der US-amerikanischen Cybersicherheitspolitik. Hersteller ausländischer Router können sich nur durch spezielle Genehmigungen des Department of Homeland Security oder des Department of War vom Importverbot befreien. Bestehende Geräte dürfen Nutzer weiterhin verwenden – das Verbot trifft nur zukünftige Importe.
Die Begründung ist technisch fundiert: Routersicherheit ist tatsächlich ein chronisches Problem. Unsichere und ausländisch gefertigte Router können als Springbretter für Netzwerk-Überwachung, Datendiebstahl, Botnet-Angriffe und unbefugten Netzwerkzugang genutzt werden. Die FCC dokumentiert konkrete Vorfälle: State-sponsored-Akteure wie die Hackertruppe hinter den Salt-Typhoon-Angriffen nutzten kompromittierte ausländische Router, um sich langfristig in Netzwerken festzusetzen und lateral zu anderen Systemen vorzudringen.
Microsoft meldete im Oktober 2024, dass Angreifer kompromittierte ausländische Router für Password-Spray-Attacken gegen ihre Kunden einsetzten. Die NSA, das FBI und die Cyber National Mission Force wiesen 2024 darauf hin, dass Hacker mit ausländischen Routern Botnets für DDoS-Attacken aufbauten.
Das Verbot trifft die gesamte Router-Industrie. Der Hersteller TP-Link, ursprünglich in China gegründet und nun in Kalifornien ansässig, weist darauf hin, dass praktisch alle Router außerhalb der USA produziert werden – einschließlich jener von US-Unternehmen. TP-Link selbst fertigt in Vietnam. Der chinesische Konzern betont, in der Sicherheit seiner Lieferkette “zuversichtlich” zu sein.
Paradoxerweise zeigt sich: Auch amerikanische Router sind verwundbar. Im Januar 2024 enthüllte das US-Justizministerium, dass Volt-Typhoon-Hacker mit Cisco- und NetGear-Routern operierten, die keine Sicherheits-Updates mehr erhielten.
Das FCC-Verbot folgt einem ähnlichen Drohnen-Importverbot aus Dezember und signalisiert eine härtere Linie gegen potenzielle Supply-Chain-Risiken. Für deutsche Nutzer und IT-Verantwortliche bleibt relevant: Routersicherheit ist global ein Problem. Ob andere Länder ähnliche Maßnahmen ergreifen, ist offen. Experten fordern jedenfalls höhere Sicherheitsstandards unabhängig vom Herkunftsland.
