RansomwareHackerangriffeCyberkriminalität

Botnet-Manager zu zwei Jahren Haft verurteilt: Russischer Cyberkrimineller hinter BitPaymer-Angriffen

Botnet-Manager zu zwei Jahren Haft verurteilt: Russischer Cyberkrimineller hinter BitPaymer-Angriffen
Zusammenfassung

# Ein russischer Botnet-Manager erhält Freiheitsstrafe Ein russischer Cyberkrimineller wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, nachdem er zugegeben hat, ein Phishing-Botnet verwaltet zu haben, das für Ransomware-Anschläge auf 72 amerikanische Unternehmen genutzt wurde. Der 40-jährige Ilya Angelov war einer der Anführer einer internationalen Cybercrime-Operation, die unter verschiedenen Namen bekannt ist und zwischen 2017 und 2021 tätig war. Die kriminelle Gruppe verschickte massive Spam-Kampagnen mit bis zu 700.000 E-Mails täglich und infizierte tausende Computer mit Malware, um diese anschließend an andere Cyberkriminelle zu verkaufen. Die Käufer nutzten Zugriff auf die Botnetze primär für Ransomware-Attacken und erpressten Opfer um über 14 Millionen Dollar. Für deutsche Unternehmen und Behörden unterstreicht dieser Fall die anhaltende Bedrohung durch international organisierte Cybercrime-Netzwerke. Da solche Botnetze weltweit operieren und auch deutsche Organisationen zu potenziellen Zielen machen, sind robuste IT-Sicherheitsmaßnahmen, Mitarbeiterschulungen gegen Phishing und durchdachte Backup-Strategien essentiell. Die Verurteilung zeigt gleichzeitig, dass internationale Strafverfolgung gegen Cyberkriminelle möglich ist.

Die operative Struktur der Mario-Kart-Gang, wie die Tätergruppe vom FBI verfolgungsbeamten genannt wird, entsprach einem professionellen Unternehmen mit klarer Arbeitsteilung. Angelov und sein Co-Manager rekrutierten und überwachten ein Team von spezialisierten Cyberkriminellen: Softwareentwickler schrieben Malware-Code, andere programmierten Spam-Versandsysteme, während weitere die Schadsoftware gezielt zur Umgehung von Sicherheitssystemen anpassten.

Die Mechanik des Angriffs war einfallsreich und äußerst effektiv. Das Botnet verschickte täglich bis zu 700.000 Phishing-E-Mails an Unternehmen weltweit. Die Empfänger wurden dazu verleitet, Dateianhänge zu öffnen, die versteckte Malware enthielten. Auf dem Höhepunkt der Operation wurden täglich etwa 3.000 Computer neu infiziert und ins Botnet integriert. Dieses Netzwerk aus kompromittierten Rechnern wurde dann wie eine Ware an andere Cyberkriminelle verkauft – insbesondere an Betreiber von Ransomware-as-a-Service-Operationen (RaaS). Diese zahlten für Zugriff auf die befallenen Systeme und nutzten diese dann für ihre eigenen Erpressungsattacken.

Zwischen August 2018 und Dezember 2019 wurden auf diese Weise über 70 US-Unternehmen mit BitPaymer-Ransomware infiziert. Die erbeuteten Lösegeldforderungen beliefen sich auf über 14 Millionen US-Dollar – Gelder, die meist in Kryptowährungen bezahlt wurden. Parallel dazu zahlte die IcedID-Gang, angeführt durch Vyacheslav Igorevich Penchukov, Angelov und seinen Mitarbeitern weitere eine Million Dollar für separaten Zugriff auf das Botnet zwischen Ende 2019 und August 2021.

Die Vernetzung dieser kriminellen Ökosysteme zeigt ein System, das dem organisierten Verbrechen gleicht. TA551, wie die Gruppe von Threat-Analysten auch genannt wurde, kooperierte mit der berüchtigten TrickBot-Gang bei der Verbreitung von Conti-Ransomware. Sie war zudem an der Lockean-Ransomware-Operation beteiligt und half dabei, ProLock-, Egregor- und DoppelPaymer-Payloads auf mit Qbot-Banking-Trojanern infizierte Geräte zu laden.

Das Urteil gegen Angelov ist Teil einer breiteren Offensive gegen Cyberkriminelle: In der gleichen Woche wurde der 26-jährige Aleksey Olegovich Volkov zu fast sieben Jahren Haft verurteilt, nachdem er als Initial-Access-Broker für Yanluowang-Ransomware-Attacken tätig gewesen war. Solche Koordinierungseffekte innerhalb der Cyberkriminalität machen deutlich, warum internationale Zusammenarbeit bei der Verfolgung dieser Täter so zentral ist.