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Onit Security erhält 11 Millionen Dollar für KI-gestützte Schwachstellenverwaltung

Onit Security erhält 11 Millionen Dollar für KI-gestützte Schwachstellenverwaltung
Zusammenfassung

Das israelische Cybersecurity-Startup Onit Security hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 11 Millionen Dollar für seine innovative Plattform zur Verwaltung von Sicherheitslücken abgeschlossen. Das von erfahrenen Cybersecurity-Unternehmern gegründete Unternehmen entwickelt eine KI-gestützte Lösung, die traditionelle Schwachstellenverwaltung grundlegend neu denkt: Statt generischer Bewertungssysteme analysiert die Plattform den Business-Kontext, um Risiken intelligent zu priorisieren und automatisiert ihre Behebung durchzuführen. Dies reduziert erheblich die Zeit zwischen Erkennung und Behebung von Sicherheitslücken. Die Finanzierung soll in Produktentwicklung und Marktexpansion fließen. Für deutsche Unternehmen und Behörden ist diese Entwicklung relevant, da automatisierte Vulnerability-Management-Lösungen angesichts der wachsenden Zahl von Cyberangriffen und verschärfter regulatorischer Anforderungen wie der NIS2-Richtlinie zunehmend an Bedeutung gewinnen. Besonders für mittelständische und größere Organisationen könnte eine solche Lösung die erheblichen Ressourcen sparen, die derzeit in manuelle Schwachstellenverwaltung fließen, während gleichzeitig die Sicherheitslage verbessert wird.

Das 2025 gegründete Unternehmen Onit Security wird von den erfahrenen Cybersecurity-Unternehmern Elad Ben-Meir, Ofer Amitai und Tom Winter geleitet. Die Tel Aviver Firma konzentriert sich auf ein Problem, das Security-Teams weltweit beschäftigt: Die Flut von gemeldeten Schwachstellen überfordert häufig die verfügbaren Ressourcen. Während traditionelle Systeme auf allgemeine Bewertungsansätze wie CVSS-Scores setzen, verfolgt Onit einen anderen Weg.

Die Exposure-Management-Plattform des Startups nutzt KI-Agenten, um Schwachstellen im Kontext der jeweiligen Geschäftsumgebung zu bewerten. Dies ermöglicht eine präzisere Priorisierung und schnellere Behebung. Besonders innovativ ist der Ansatz der Decision-Based Exposure Management: Sicherheitsentscheidungen werden in durchsetzbare Richtlinien umgewandelt und auf alle ähnlichen Schwachstellen angewendet. Dies transformiert einmalige Behebungsmaßnahmen in dauerhafte Betriebsregeln.

Das System sammelt Daten aus fragmentierten Quellen, identifiziert automatisch die verantwortlichen Teams und leitet Behebungsmaßnahmen eigenständig ein. Dadurch wird verhindert, dass manuelle Prozesse zum Engpass werden. “Wir automatisieren die Behebung im großen Maßstab und mit hoher Geschwindigkeit”, erklärte CEO Ben-Meir. Dies sei notwendig, um Unternehmen zukunftssicher zu machen, während die Cyber-Bedrohungslandschaft sich ständig entwickelt.

Die frische Kapitalinfusion wird in die Produktentwicklung und das Marktwachstum fließen, während Onit sich in neue Branchen expandiert. Der Trend ist bemerkenswert: Agentenbasierte AI-Plattformen entwickeln sich vom passiven Empfehlungstool zum aktiven, autonomen Handelnden mit echtem Systembefugnissen.

Für deutsche Unternehmen und deren Sicherheitsteams könnte eine solche Lösung erhebliche Effizienzgewinne bringen. Mittelständische Firmen, die oft mit knappen Cybersecurity-Ressourcen kämpfen, könnten besonders von der Automatisierung profitieren. Allerdings wird sich noch zeigen müssen, wie die Plattform mit spezifischen Compliance-Anforderungen in Deutschland und Europa umgeht, etwa GDPR-Compliance und Anforderungen des IT-Sicherheitsgesetzes.