Das 2025 gegründete Unternehmen Onit Security wird von den erfahrenen Cybersecurity-Unternehmern Elad Ben-Meir, Ofer Amitai und Tom Winter geleitet. Die Tel Aviver Firma konzentriert sich auf ein Problem, das Security-Teams weltweit beschäftigt: Die Flut von gemeldeten Schwachstellen überfordert häufig die verfügbaren Ressourcen. Während traditionelle Systeme auf allgemeine Bewertungsansätze wie CVSS-Scores setzen, verfolgt Onit einen anderen Weg.
Die Exposure-Management-Plattform des Startups nutzt KI-Agenten, um Schwachstellen im Kontext der jeweiligen Geschäftsumgebung zu bewerten. Dies ermöglicht eine präzisere Priorisierung und schnellere Behebung. Besonders innovativ ist der Ansatz der Decision-Based Exposure Management: Sicherheitsentscheidungen werden in durchsetzbare Richtlinien umgewandelt und auf alle ähnlichen Schwachstellen angewendet. Dies transformiert einmalige Behebungsmaßnahmen in dauerhafte Betriebsregeln.
Das System sammelt Daten aus fragmentierten Quellen, identifiziert automatisch die verantwortlichen Teams und leitet Behebungsmaßnahmen eigenständig ein. Dadurch wird verhindert, dass manuelle Prozesse zum Engpass werden. “Wir automatisieren die Behebung im großen Maßstab und mit hoher Geschwindigkeit”, erklärte CEO Ben-Meir. Dies sei notwendig, um Unternehmen zukunftssicher zu machen, während die Cyber-Bedrohungslandschaft sich ständig entwickelt.
Die frische Kapitalinfusion wird in die Produktentwicklung und das Marktwachstum fließen, während Onit sich in neue Branchen expandiert. Der Trend ist bemerkenswert: Agentenbasierte AI-Plattformen entwickeln sich vom passiven Empfehlungstool zum aktiven, autonomen Handelnden mit echtem Systembefugnissen.
Für deutsche Unternehmen und deren Sicherheitsteams könnte eine solche Lösung erhebliche Effizienzgewinne bringen. Mittelständische Firmen, die oft mit knappen Cybersecurity-Ressourcen kämpfen, könnten besonders von der Automatisierung profitieren. Allerdings wird sich noch zeigen müssen, wie die Plattform mit spezifischen Compliance-Anforderungen in Deutschland und Europa umgeht, etwa GDPR-Compliance und Anforderungen des IT-Sicherheitsgesetzes.
