Das US-Justizministerium (DOJ) hat die Verurteilung von Ilya Angelov bekanntgegeben. Der russische Cyberkriminelle, in einschlägigen Kreisen als “Milan” und “Okart” bekannt, muss für zwei Jahre in ein Bundesgefängnis. Vorgeworfen wurde ihm seine Beteiligung am Betrieb eines Botnets, über das Ransomware-Angriffe abgewickelt wurden.

Nach Angaben des DOJ war Angelov Teil einer Gruppierung, die das FBI unter dem Namen Mario Kart führt. In der Sicherheitsbranche kursiert sie unter zahlreichen weiteren Bezeichnungen, darunter TA-551, Shathak, Gold Cabin, Monster Libra, G0127 und ATK236.

Die Anklage stützt sich auf Aktivitäten im Zeitraum von 2017 bis 2021. Damals baute die Gruppe ihr Botnet auf, indem sie Schadsoftware über Anhänge in Spam-E-Mails verbreitete. TA-551 war für die Verteilung von Schadprogrammen wie Emotet, IcedID, Qbot und Ursnif bekannt.

Verdient wurde an den gekaperten Rechnern, indem die Täter den Zugang zu ihnen für die Ausbringung von Ransomware verkauften. Laut DOJ ermöglichte das Botnet Ransomware-Angriffe gegen mehr als 70 US-Unternehmen; die Kriminellen sollen dabei 14 Millionen US-Dollar an Lösegeld eingenommen haben.

Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, dass sich Angelov seit 2023 in Haft befindet und sich in dem Verfahren schuldig bekannt hat. Neben der 24-monatigen Haftstrafe wurde gegen ihn eine Geldstrafe von 100.000 US-Dollar sowie ein Vermögensabschöpfungsbetrag von 1,6 Millionen US-Dollar verhängt, der es den Behörden erlaubt, mit der Straftat verbundene Vermögenswerte einzuziehen.

Die Verurteilung folgt kurz auf eine weitere Bekanntgabe des DOJ: Der russische Staatsbürger Aleksei Volkov wurde wegen seiner Rolle bei Ransomware-Angriffen zu 81 Monaten Haft verurteilt.