Unter den Aliasen Chucky, beakdaz, Chuckies und Sqlrip war der Verdächtige in der Cyberkriminalszene bekannt. Sicherheitsunternehmen wie KELA und TriTrace Investigations hatten den Täter bereits vor der Abschaltung identifiziert und mit dem 33-jährigen Taganroger verbunden. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung beschlagnahmten die russischen Behörden technische Ausrüstung und weitere Beweise.
LeakBase war eine Hochburg der digitalen Unterwelt. Auf der Plattform konnten Cyberkriminelle nicht nur gestohlene Daten handeln, sondern auch Hacking-Tools und Exploits austauschen. Die Dimensionen sind beeindruckend: Über 142.000 Mitglieder waren zum Zeitpunkt der Abschaltung registriert, zwischen ihnen fanden sich mehr als 215.000 Nachrichten aus. Die Datenmengen, die dort zum Verkauf standen, umfassten Hunderte Millionen Benutzerkennungen, Passwörter, Kreditkartennummern, Bankkonten- und Routing-Daten.
Irina Volk, Sprecherin des Russischen Innenministeriums, betonte die Gefahren: “Die Plattform hostete hunderte Millionen Benutzerkonten, Bankdaten, Benutzernamen und Passwörter sowie Unternehmensdokumente, die durch Hacking erworben wurden.” Mit solchen Informationen ausgestattet, konnten Betrüger Kontomissbrauch begehen oder Identitätsdiebstahl betreiben.
Die Abschaltung erfolgte durch eine koordinierte internationale Operation. Besucher von LeakBase werden heute mit einer Beschlagnahmemitteilung konfrontiert, die erklärt: “Alle Foruminhalte, einschließlich Benutzerkonten, Beiträge, Kreditdaten, private Nachrichten und IP-Logs wurden gesichert und für Beweiszwecke konserviert.”
Für Cybersicherheit bedeutet dieser Fall zweierlei: Einerseits zeigt er, dass internationale Ermittlungen gegen Cyberkriminelle möglich und erfolgreich sind. Andererseits verdeutlicht er, wie zentralisiert der illegale Datenhandel ist. Europäische Sicherheitsbehörden und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben bereits vor LeakBase und ähnlichen Märkten gewarnt. Deutsche Unternehmen und Privatnutzer sollten ihre Passwörter überprüfen und kostenlose Dienste wie HaveIBeenPwned nutzen, um zu erkennen, ob ihre Daten betroffen sind. Die Verhaftung des LeakBase-Administrators zeigt: Auch in der digitalen Unterwelt gibt es langfristig keine vollständige Anonymität.
