Andersen zeichnete vor den Abgeordneten ein düsteres Bild der Lage. Mit der reduzierten Kapazität während des Stillstands sei CISA weitgehend auf das Nötigste beschränkt. “Verzögerungen beim Erlass verbindlicher betrieblicher Anordnungen, eine verringerte Abstimmung mit Partnern aus der Industrie und eine eingeschränkte Fähigkeit zur Vorfallreaktion schaffen allesamt Einfallstore für unsere Gegner”, sagte er.

Nach seiner Darstellung ist die Behörde in der Zusammenarbeit mit dem Privatsektor, mit Partnern auf bundesstaatlicher und lokaler Ebene sowie innerhalb des Bundesapparats eingeschränkt. Dadurch entstehe “eine echte Gelegenheit für unsere Gegner, diese Lücke in der Leistungsfähigkeit auszunutzen”.

Mit jedem Tag, den der Stillstand andauere, wüchsen die Risiken, betonte Andersen – insbesondere mit Blick auf das erhöhte Bedrohungsniveau rund um die bevorstehenden Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der USA (America 250) und die Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA.

Zurückgefahren oder ausgesetzt worden seien gerade jene Tätigkeiten, die systemische Risiken langfristig senken: vorausschauende Bewertungen, koordinierte Planung, Partnerschaften und strategische Initiativen über den Bundesapparat und die Sektoren kritischer Infrastruktur hinweg. Der Austausch nachrichtendienstlicher Informationen laufe zwar weiter, doch sei die Kapazität dafür mit fortschreitendem Stillstand “außerordentlich angespannt”. “Irgendwann wird das sich aufsummierende Risiko in dieser dynamischen Bedrohungslage dem amerikanischen Volk echten Schaden zufügen”, sagte Andersen.

In einem Interview mit Recorded Future News im Anschluss an die Anhörung äußerte sich Andersen besorgt darüber, wie sich der Stillstand und die vorangegangenen auf das Halten und Anwerben von Fachkräften bei CISA auswirken werden. “Das wird keine einmalige Sache sein”, sagte er. Man werde mit den längerfristigen Folgen zu tun haben, die daraus entstünden, dass Beschäftigte das Heimatschutzministerium und insbesondere CISA in dieser technisch geprägten Welt nicht als bevorzugten Arbeitgeber ansähen.

Fachkräfte im Cyberbereich würden sich nach anderen Arbeitgebern umsehen, prognostizierte Andersen. Der Stillstand könne “nachgelagerte Folgen schaffen, die es uns erschweren werden, Menschen für den Dienst beim DHS und bei CISA zu gewinnen”.