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Großveranstaltungen brauchen besseren Schutz vor Drohnen und drahtloser Überwachung

Mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko warnen Cybersicherheitsexperten vor wachsenden Risiken durch Drohnen und drahtlose Überwachungstechnologien, die von Konfliktzonen auf zivile Großveranstaltungen übertragen werden könnten.

Die bevorstehende FIFA-Weltmeisterschaft 2026 stellt Sicherheitsverantwortliche vor massive Herausforderungen. Mit 48 Mannschaften, 104 Spielen in 16 Stadien und Hunderttausenden von Besuchern wird das Turnier eine beispiellose technologische Infrastruktur erfordern. Doch genau diese Abhängigkeit von drahtloser Technologie macht die Veranstaltung zum Ziel für Cyberangriffe.

Die Bedrohung ist real und vielfältig. Cordell Bennigson, CEO von R2 Wireless, warnt vor dem sogenannten RF-Spektrum, das zur “Battlefield und zum blinden Fleck” zugleich wird. In einer hochfrequenten Umgebung mit Hunderttausenden von Geräten können Angreifer ihre Aktivitäten leicht in legitimen Datenverkehr verstecken.

Die Erkenntnisse aus kriegerischen Konflikten sind besorgniserregend. Der russisch-ukrainische Krieg hat gezeigt, wie verheerend Drohnen sein können: Sie verursachen schätzungsweise 80 Prozent aller Todesfälle und Verletzungen, während dies zu Kriegsbeginn noch unter 10 Prozent lag. Diese militärischen Techniken könnten nun auf zivile Großveranstaltungen übertragen werden.

Die konkreten Risiken reichen von Angriffen auf Kommando- und Kontrollsignale über das Abhören von Kommunikation bis hin zu Jamming-Attacken auf kritische Systeme wie Stadioninfrastruktur oder öffentliche Verkehrsüberwachung. Krishna Vishnubhotla von Zimperium betont, dass “die meisten lokalen Behörden nicht einmal über grundlegende Drohnenabwehrmittel verfügen.”

Zur Abwehr solcher Bedrohungen fordern Experten ein mehrschichtiges Abwehrsystem. Dies umfasst RF-, Radar-, Akustik- und optische Sensoren kombiniert mit KI-gestützter Spektrumüberwachung. Besonders wichtig ist die Schulung von Personal für den Betrieb in feindseligen Funkumgebungen. Sowohl die EU als auch die USA entwickeln bereits entsprechende Kontrollmechanismen und Anti-Drohnen-Technologien.

Letztendlich müssen Veranstalter das Funkspektrum in der Region großer Events vollständig unter Kontrolle haben. Ohne Sichtbarkeit in der drahtlosen Infrastruktur können Städte das nicht verteidigen, was sie nicht sehen können.


Quelle: Dark Reading