Laut Anklageschrift soll Minasyan zwei Virtual Private Server registriert haben, um Teile der RedLine-Infrastruktur zu hosten, sowie zwei Internet-Domains zur Unterstützung des RedLine-Betriebs. Das DOJ führt zudem aus, er habe auf einer Online-Filesharing-Plattform Repositories angelegt, über die RedLine an Affiliates verteilt wurde. Im November 2021 soll er ein Kryptowährungskonto eingerichtet haben, über das Zahlungen von RedLine-Affiliates eingingen.

Die Anklage umfasst Verschwörung zum Zugangsmittelbetrug (access device fraud), Verschwörung zur Geldwäsche sowie Verschwörung zum Verstoß gegen den Computer Fraud and Abuse Act (CFAA). Für den Zugangsmittelbetrug drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft, für die übrigen Anklagepunkte jeweils bis zu 20 Jahre.

RedLine wird über ein Malware-as-a-Service-Modell vertrieben und erlaubt es Kriminellen, Browser-Zugangsdaten, Daten aus Kryptowährungs-Wallets, VPN-Anmeldedaten und weitere Informationen zu stehlen. Die Malware trat erstmals 2020 in Erscheinung und wurde im Oktober 2024 zum Ziel einer internationalen Strafverfolgungsaktion. Die Wirkung dieser Aktion blieb jedoch begrenzt: RedLine gehört weiterhin zu den beliebtesten Infostealern unter Cyberkriminellen und wird von Sicherheitsfirmen regelmäßig als eine der führenden Bedrohungen in dieser Kategorie genannt.

Mitte 2025 setzte das US-Außenministerium eine Belohnung von 10 Millionen US-Dollar für Hinweise auf Maxim Alexandrovich Rudometov aus, der als Hauptentwickler und Administrator von RedLine gilt. Rudometov wurde in der Ukraine geboren, floh Anfang 2022 jedoch nach Russland.