Laut FCDO zählt Xinbi zu den größten illegalen Marktplätzen Südostasiens und stellt Betrugszentren kryptowährungsbasierte Dienste bereit – darunter auch dem nun ebenfalls sanktionierten Lager #8 Park. Das Ministerium bezeichnet #8 Park als mutmaßlich größtes Betrugslager Kambodschas mit Kapazitäten für bis zu 20.000 verschleppte Arbeitskräfte. Neben der Anlage selbst wurden deren Eigentümer und Betreiber sowie das Unternehmen Legend Innovation Co als Betreiber ins Visier genommen.
Mit den Sanktionen will das FCDO Xinbi vom regulären Krypto-Ökosystem isolieren und den Betrieb stören, indem das Senden und Empfangen von Kryptozahlungen unmöglich wird. Das Ministerium verweist auf einen vergleichbaren Fall: Die Krypto-Handelsplattform Byex Exchange stellte den Betrieb ein, nachdem sie im Vorjahr von Großbritannien sanktioniert worden war.
Betrugszentren in Myanmar, Kambodscha und Laos werden dem FCDO zufolge häufig von chinesischen Verbrechersyndikaten geführt. Sie zwingen Menschen – viele davon Ausländer – zur Mitwirkung an groß angelegten Betrugsmaschen, die Opfer weltweit über gefälschte Krypto-Investments ins Visier nehmen; diese Masche ist auch als “pig butchering” oder “romance baiting” bekannt.
Die Täter sprechen ihre Ziele meist über soziale Netzwerke, Messenger-Dienste und Dating-Seiten an und nutzen dabei gestohlene Informationen, die sie auf Plattformen wie Xinbi kaufen. Statt das eingesammelte Geld zu investieren, leiten sie es auf eigene Konten um.
“Unsere Sanktionen senden heute eine klare Botschaft: Wir werden nicht zulassen, dass Britinnen und Briten Opfer dieser furchtbaren Betrügereien werden, und wir dulden die schweren Menschenrechtsverletzungen in diesen Betrugszentren nicht”, sagte Stephen Doughty, der für Europa, Nordamerika und die Überseegebiete zuständige Staatsminister. Beim Illicit Finance Summit im Juni wolle Großbritannien internationale Maßnahmen gegen das Waschen und Verschieben unrechtmäßiger Gewinne vorantreiben.
Die aktuelle Maßnahme folgt auf eine frühere Welle von Beschlagnahmungen, Vermögenseinfrierungen und der Schließung hunderter Betrugszentren im Oktober 2025. Damals hatten das FCDO und das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums gemeinsam das kambodschanische Verbrechersyndikat Prince Group und dessen Anführer Chen Zhi sanktioniert. Das US-Justizministerium beschlagnahmte zudem Bitcoin im Wert von 15 Milliarden US-Dollar von Zhi, der weiterhin auf freiem Fuß ist.
