Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen beschlagnahmte die Polizei Computertechnik und weitere Beweismittel. In vom Ministerium veröffentlichten Aufnahmen ist zu sehen, wie russische Einsatzkräfte den Mann in der Nähe seines Autos festnehmen und ihn anschließend in einer Garage befragen, in der mutmaßlich zum Betrieb gehörende Computer-Hardware steht.
Die Festnahme folgt auf eine international koordinierte Aktion gegen die Infrastruktur von LeakBase, die in diesem Monat stattfand. Nach Angaben der US-Behörden führte das FBI gemeinsam mit europäischen Partnern mehr als 100 Maßnahmen gegen 45 Personen in über einem Dutzend Ländern durch.
Im Zuge der Aktion wurden mehrere von dem Forum genutzte Domains beschlagnahmt und die Hosting-Infrastruktur in Ländern wie den Niederlanden und Malaysia abgeschaltet. Die Domains der Seite leiteten die Behörden im Rahmen der Übernahme auf vom FBI kontrollierte Server um.
LeakBase ging 2021 an den Start und arbeitete als abonnementbasierter Cybercrime-Marktplatz, auf dem Nutzer Zugang zu Datenbanken mit kompromittierten Zugangsdaten, persönlichen Informationen und anderen sensiblen Datensätzen kaufen konnten. Einige Mitglieder zahlten mehrere hundert Dollar für einen Premium-Zugang.
Ein Großteil der auf dem Forum angebotenen Daten stammte aus unbefugten Zugriffen auf Behördensysteme und US-Unternehmen. Laut Europol untersagte eine der internen Regeln des Forums den Verkauf oder die Veröffentlichung von Daten mit Bezug zu Russland.
Ob die russischen Behörden die Festnahme mit westlichen Strafverfolgern abgestimmt haben, war zunächst unklar. Europol hatte die Zusammenarbeit mit Russland nach dem Einmarsch Moskaus in die Ukraine im Jahr 2022 ausgesetzt.
