Russische Geheimdienste zielen auf Messengerdienste
Die FBI und CISA geben Entwarnung mit ernstem Hintergrund: Russische Geheimdienste führen eine breit angelegte Phishing-Kampagne durch, um Zugänge zu Signal, WhatsApp und anderen Messagingdiensten zu kompromittieren. Die gute Nachricht lautet, dass keine Verschlüsselung gebrochen wurde. Die schlechte: Tausende Konten wurden bereits weltweit übernommen. Die Angreifer konzentrieren sich auf hochwertige Ziele wie aktuelle und ehemalige US-Regierungsmitarbeiter, Militärangehörige, Politiker und Journalisten. Aus kompromittierten Accounts können Nachrichten gelesen, die Identität des Opfers übernommen und weitere Phishing-Attacken gestartet werden. Für deutsche Nutzer in sensiblen Positionen ist dies ein deutliches Zeichen, verstärkt auf Authentizität von Kontaktanfragen und Sicherheitsabfragen zu achten.
Google rückt Quantum-Deadline auf 2029 vor
Eine weitere strategische Warnung kommt von Google: Das Unternehmen beschleunigt seinen Übergang zu Post-Quantum-Kryptografie erheblich. Die neue Deadline liegt 2029 statt wie bisher geplant später. Heather Adkins, VP of Security Engineering bei Google, und die Kryptografie-Expertin Sophie Schmieg warnen vor sogenannten „Harvest Now, Decrypt Later”-Angriffen. Dabei sammeln Angreifer bereits heute verschlüsselte Daten, um diese später mit Quantencomputern zu entschlüsseln. Google rollt bereits Quanten-resistente Algorithmen in Android, Chrome und Cloud-Services aus und drängt die Branche zum Nachfolgen.
Betrüger impersonieren Palo-Alto-Recruiter
Während Geheimdienste operieren, nutzen Cyberkriminelle einfachere, aber effektive Methoden: Palo Alto Networks warnt vor einer Phishing-Kampagne seit August 2025, bei der Betrüger als Recruiter des Unternehmens auftreten. Mit Hilfe von LinkedIn-Daten erstellen sie personalisierte Nachrichten, behaupten, ein Resume hätte einen automatischen Screen nicht bestanden, und bieten gegen 400 bis 800 Dollar Reparatur an. Palo Alto stellt klar: Das Unternehmen verlangt nie Gebühren von Kandidaten.
Weitere kritische Vorfälle
Die Heritage Bank musste eine Datenpanne offenlegen, bei der Hacker Kundendaten wie Sozialversicherungsnummern und Adressen kopierten. Das Iowa-Atemalkoholtestgeräte-Unternehmen Intoxalock wurde gehackt und konnte Fahrzeugsperren nicht kalibrieren, was Fahrer lahmlegte. Los Angeles Metro musste Verwaltungssysteme herunterfahren, nachdem unbefugter Zugriff erkannt wurde. Dabei wurden Echtzeit-Ankunftszeigen und Online-Zahlungssysteme beeinträchtigt.
Hoffnung: Anti-Deepfake-Chip von ETH Zürich
Präventiv arbeitet ETH Zürich an Lösungen: Ein neuer Sensor-Chip versieht Bilder, Videos und Audio mit kryptografischen Signaturen beim Aufnahmevorgang. Jede spätere Manipulation wird sofort erkannt. Die Technologie könnte im öffentlichen Blockchain verifiziert werden – ohne auf ständig überforderte Software-Erkennungstools angewiesen zu sein.
