Die Infinity Stealer-Malware beginnt ihre Angriffskette mit einer ClickFix-Lure auf der Domain update-check[.]com. Sie imitiert eine Sicherheitsverifizierung von Cloudflare und fordert Nutzer auf, einen base64-verschleierten curl-Befehl in das macOS-Terminal einzufügen. Dieser Ansatz ist perfide, weil er die Nutzer selbst dazu bringt, die Schutzmehanismen des Betriebssystems zu umgehen.
Einmal ausgefübrt, dekodiert der Befehl ein Bash-Skript, das die zweite Stufe lädt – einen 8,6 MB großen Nuitka-Loader. Dieser ist eine native Mach-O-Binärdatei, die ein 35 MB großes zstd-komprimiertes Archiv enthält. Darin verborgen sitzt die eigentliche Infinity Stealer-Malware als “UpdateHelper.bin”. Das System entfernt automatisch Quarantäne-Flags und löscht anschließend seine Spuren – ein durchdachtes Verfahren zur Vermeidung von Erkennung.
Das Nuitka-Kompilierungsverfahren ist ein Schlüsselelement dieser Malware. Im Gegensatz zu PyInstaller, das Python mit Bytecode bündelt, erzeugt Nuitka eine echte Native-Binärdatei. Sie wird aus Python-Code in C-Code kompiliert, was die statische Analyse deutlich erschwert. Sicherheitsforscher finden keine offensichtliche Bytecode-Ebene vor – Reverse Engineering wird dadurch erheblich aufwändiger.
Bevor die Malware Daten stiehlt, führt sie Anti-Analyse-Checks durch, um zu erkennen, ob sie in einer virtualisierten oder Sandbox-Umgebung läuft. Hat sie grünes Licht, beginnt sie ihre Arbeit: Screenshots, Passwörter, Browserdaten, Kryptowallet-Informationen und weitere sensitive Daten werden zusammengetragen. Alle erbeuteten Informationen werden via HTTP POST an Command-and-Control-Server übertragen. Zusätzlich erhalten die Angreifer eine Benachrichtigung über Telegram, wenn der Datenraub abgeschlossen ist.
Malwarebytes warnt, dass diese Entwicklung symptomatisch für einen besorgniserregenden Trend ist: macOS-Systeme werden zunehmend zum Ziel hochprofessioneller Cyberkrimineller. Nutzer sollten niemals Befehle ins Terminal kopieren und ausführen, deren Zweck sie nicht vollständig verstehen. Die gefälschten Verifizierungsseiten werden immer überzeugender – Vorsicht ist geboten.
