Die Hackergruppe Handala hatte erklärt, sie habe sich Zugang zum E-Mail-Konto von FBI-Direktor Kash Patel verschafft, und Dateien veröffentlicht, die angeblich Fotos, E-Mails und vertrauliche Dokumente aus seinem Postfach darstellen. “Die angeblich ‘undurchdringlichen’ Systeme des FBI wurden von unserem Team binnen Stunden in die Knie gezwungen”, schrieb die Gruppe.

Das FBI bestätigte den Vorfall, relativierte jedoch dessen Tragweite. In einer Stellungnahme erklärte die Behörde, sie sei sich “böswilliger Akteure bewusst, die es auf die persönlichen E-Mail-Informationen von Direktor Patel abgesehen haben”, und habe Schritte unternommen, um mögliche Risiken einzudämmen. Die im Konto gespeicherten Informationen seien “historischer Natur” und enthielten keine Regierungsinformationen.

Nach Darstellung des Berichts handelt es sich nicht um ein vom FBI betriebenes System, sondern um ein privates Gmail-Konto. Wann der Zugriff erfolgte, ist unklar. Möglicherweise war das Konto eines von vielen, die iranische Hacker im Jahr 2024 im Rahmen einer Operation gegen die Präsidentschaftskampagne von Donald Trump ins Visier nahmen.

Handala gibt sich als israel- und USA-feindliche Hacktivisten-Gruppe aus, gilt jedoch weithin als Tarnidentität, die von der iranischen Regierung für Cyberangriffe und Informationsoperationen genutzt wird. Zuletzt verursachte die Gruppe erhebliche Störungen beim US-Medizintechnikkonzern Stryker, nachdem sie in dessen Systeme eingedrungen war und Tausende Geräte gelöscht hatte. Einige weitere Behauptungen der Gruppe lassen sich allerdings nur schwer überprüfen oder wirken übertrieben oder falsch.

Die Behauptungen rund um Patels Konto folgten kurz darauf, dass das FBI die Beschlagnahmung mehrerer von der Gruppe genutzter Domains bekannt gegeben hatte. Die US-Regierung erklärte zudem offiziell, Handala agiere unter der Leitung des iranischen Geheimdienstministeriums (MOIS).

Die USA bieten bis zu zehn Millionen US-Dollar für Informationen über ausländische Hacker, die kritische Infrastruktur angreifen. Das Außenministerium lobte nun gezielt Belohnungen für Hinweise auf die iranischen Bedrohungsgruppen Parsian Afzar Rayan Borna und Handala aus.