Nach Angaben von Finanzminister Eelco Heinen wurden mehrere Systeme wegen der laufenden forensischen Untersuchung und aus Sicherheitsgründen vorübergehend vom Netz genommen, darunter das digitale Portal für das Treasury Banking. Als Folge können rund 1.600 öffentliche Einrichtungen, die Gelder beim Finanzministerium verwahren, derzeit den Kontostand ihrer Schatzkonten nicht online einsehen.

Darüber hinaus könnten Teilnehmer das Portal vorübergehend nicht nutzen, um Darlehen, Einlagen oder Kredite zu beantragen, das Intraday-Limit zu ändern oder Berichte zu erstellen, so Heinen. Er betonte zugleich, dass die Teilnehmer weiterhin vollen Zugriff auf ihre im Treasury verwahrten Mittel behielten und dass ein- und ausgehende Zahlungen wie gewohnt über die regulären Bankwege weiterliefen. Wo nötig, würden Mindestservicelevel manuell aufrechterhalten, damit wesentliche Prozesse weiter funktionieren.

Der Vorfall wird mit Unterstützung des niederländischen Nationalen Cyber Security Centrums (NCSC) und externer forensischer Experten untersucht. Das Ministerium hat die niederländische Datenschutzbehörde (AP) über die Sicherheitsverletzung informiert und Anzeige beim High Tech Crime Team der niederländischen nationalen Polizei erstattet.

Einen klaren Zeitrahmen, wann die Untersuchung abgeschlossen sein wird oder wann die anhaltenden Systemstörungen behoben sind, konnte der Finanzminister nicht nennen.

Die niederländische Polizei war bereits im September 2024 Ziel eines Angriffs durch einen nicht näher benannten staatlich unterstützten Akteur, der die dienstlichen Kontaktdaten einer nicht genannten Zahl von Polizeibeamten entwendete. Zuletzt nahmen die niederländischen Behörden im Februar einen 40-jährigen Mann fest, der eine Gegenleistung für das Löschen vertraulicher Dokumente forderte, welche die Polizei versehentlich weitergegeben hatte.