Anthropic hat bestätigt, dass beim Release des Claude-Code-Updates ein interner Quellcode versehentlich in ein öffentliches NPM-Paket gelangt ist. Das Unternehmen teilte BleepingComputer mit, dass es sich um ein reines Packaging-Problem aufgrund menschlichen Verschuldens handelt — nicht um einen Sicherheitsbruch im klassischen Sinne. Die Entdeckung des Leaks wurde durch den Sicherheitsforscher Chaofan Shou ermöglicht, der die verdächtige Datei identifizierte und darauf hinwies.
Die Problematik: Bei der fehlerhaften Veröffentlichung war eine 60 MB große Datei namens “cli.js.map” enthalten. Diese sogenannte Source-Map-Datei ist eigentlich ein Debugging-Tool, das kompilierten JavaScript-Code zu seinem Original zurückverlinkt. Der kritische Fehler lag darin, dass die Datei das Feld “sourcesContent” enthielt, welches den gesamten Original-Quellcode direkt einbettete. Dadurch konnte der komplette Sourcecode-Baum rekonstruiert werden: Etwa 1.900 Dateien und 500.000 Codezeilen wurden so öffentlich zugänglich.
Anthropics Reaktion war prompt: Das Unternehmen kündigte sofort ein Rollback an und setzte Maßnahmen um, um ähnliche Vorfälle zu verhindern. Parallel dazu wurden DMCA-Abmahnungen (Digital Millennium Copyright Act) gestartet, um das geleckte Material von GitHub und anderen Plattformen entfernen zu lassen.
Die geleakten Dateien enthüllten auch bislang unbekannte Features: Ein “Proactive Mode” soll Claude in Zukunft 24/7 für Sie programmieren können. Noch interessanter ist der “Dream Mode”, bei dem Claude kontinuierlich im Hintergrund arbeitet, Ideen entwickelt und Probleme löst — alles während der Nutzer offline ist.
Neben dem Code-Leak gibt es zudem Probleme mit den Usage-Limits: Nutzer berichten, dass sie Rate-Limits bei Claude deutlich schneller erreichen als erwartet. Anthropic bestätigt, dass ein Bug dazu führt, dass Limits schneller aufgebraucht werden. Laut Lydia Hallie von Anthropic ist dies die Top-Priorität für das Team.
Für die Sicherheitscommunity ein wichtiger Weckruf: Source-Map-Dateien sollten niemals mit vollständigem Source-Code in öffentliche Pakete gelangen. Dieser Vorfall zeigt die Notwendigkeit automatisierter Prüfverfahren in Release-Prozessen — gerade bei Closed-Source-Projekten.
