Proton Meet adressiert ein wachsendes Bedürfnis nach EU-zentrierten, datenschutzkonformen Videokonferenzlösungen. Der Anbieter betont, dass seine Lösung speziell entwickelt wurde, um Anforderungen wie die GDPR sowie die kalifornische CCPA zu erfüllen und Risiken durch den US Cloud Act zu minimieren. Ein zentrales Thema dabei ist der Missbrauch von Nutzerkonversationen für das Training von großen Sprachmodellen (LLMs) – ein Problem, das Proton durch vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eliminiert.
Technisch basiert Meet auf dem Messaging Layer Security (MLS) Protokoll, einem unabhängig überprüften Open-Source-Standard für verschlüsselte Gruppenkommunikation in Echtzeit. Alle Medien und Chat-Inhalte werden client-seitig verschlüsselt, sodass selbst Proton keinen Zugriff auf die Klartext-Daten hat. Die Architektur nutzt WebRTC mit Selective Forwarding Units (SFU) zur Weitergabe von Medien und Chat an alle Teilnehmer.
Die Authentifizierung erfolgt über das Secure Remote Password (SRP) Protokoll, das Proton bereits seit zehn Jahren bei anderen Diensten einsetzt. Jedes Meeting wird durch eine eindeutige ID und ein lokal verwaltetes Passwort geschützt. Das Sicherheitskonzept sieht vor, dass Epoch-Keys automatisch bei jedem Beitritt oder Austritt rotiert werden – damit können neue Teilnehmer frühere Nachrichten nicht einsehen (Forward Secrecy), und ausgeschiedene Nutzer sehen keine zukünftigen Inhalte.
Besonders für Unternehmen interessant: Proton speichert weder E-Mail-Adressen noch IP-Adressen zwischen Teilnehmern und führt keine Aufzeichnungen darüber, wer mit wem kommuniziert. Selbst im Fall eines Server-Kompromisses können Datenbanken nur Meeting-IDs offenbaren, nicht aber sensible Informationen. Das einzige realistische Risiko liegt in der Kompromittierung des Meeting-Links – diesem lässt sich durch Sperren der Teilnehmerliste, Entfernung unauthorized Nutzer oder Link-Rotation begegnen.
Die Preisgestaltung ist kundenfreundlich: Kostenlos für bis zu einer Stunde mit 50 Teilnehmern, das Pro-Paket startet ab 7,99 Euro monatlich für längere Meetings. Meet ist vollständig in Protons Kalender integriert und lässt sich auch mit Google Calendar und Microsoft Calendars synchronisieren. Der Service richtet sich damit sowohl an Privatnutzer als auch an Unternehmen, die GDPR-Compliance ernst nehmen.
