Das FBI hat in einer detaillierten Sicherheitsmitteilung konkrete Problematiken bei chinesischen Mobile Apps identifiziert, die es Nutzern schwermachen dürfte, ihre Privatsphäre zu schützen. Das Kernproblem liegt darin, dass viele dieser Anwendungen kontinuierlich Daten sammeln, selbst wenn Nutzer Berechtigungen nur während der aktiven Nutzung erteilt haben.
Ein besonders besorgniserregendes Merkmal ist die Datensammlung mit Standardberechtigungen. Die Apps greifen auf umfangreiche Informationen zu, darunter Adressbuchdaten wie Kontaktnamen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Benutzer-IDs und physische Adressen. Diese Daten werden nicht zwangsläufig lokal gespeichert – viele Entwickler erklären in ihren Datenschutzrichtlinien, dass gesammelte Informationen auf Servern in China gelagert werden, solange die Entwickler es für notwendig erachten.
Besonders kritisch: Einige Apps erlauben es Nutzern nicht, die Plattform zu nutzen, ohne der Datenweitergabe zuzustimmen. Dies schränkt die Wahlfreiheit erheblich ein. Das FBI warnt zudem davor, dass diese Apps den chinesischen Gesetzen unterliegen, die es der Regierung ermöglichen, Zugriff auf Nutzerdaten zu erlangen.
Die Warnung kommt nicht zufällig: Sie folgt auf die Umstrukturierung von TikToks US-Geschäftsbetrieb Anfang 2026, nachdem ein amerikanisches Gesetz von 2024 die Muttergesellschaft ByteDance zum Verkauf der Plattform verpflichtete. TikToks Betrieb wurde auf ein amerikanisch-mehrheitliches Joint Venture übertragen, an dem Oracle, die Investmentfirma Silver Lake und der emiratische Investor MGX beteiligt sind.
Zum Schutz ihrer Daten empfiehlt das FBI Nutzern, unnötige Datenfreigaben auszuschalten und Geräte regelmäßig zu aktualisieren. Besonders wichtig: Apps sollten nur aus offiziellen App-Stores heruntergeladen werden. Beim Passwortmanagement rät die Behörde gegen häufige manuelle Änderungen, da diese zu schwächeren Passwörtern führen. Stattdessen sollten spezialisierte Tools wie Bitwarden oder 1Password verwendet werden, die sichere, lange Passwörter generieren und verwalten.
Nutzer, deren Daten kompromittiert wurden oder die verdächtige Aktivitäten nach der Installation ausländischer Apps bemerken, sollten dies über die IC3-Plattform des FBI melden.
