Das FBI hat eine Warnung veröffentlicht, die sich an Nutzer von im Ausland entwickelten Mobile-Apps richtet. Nach Angaben der Behörde stammen viele der am häufigsten heruntergeladenen und umsatzstärksten Anwendungen in den USA von ausländischen Anbietern – vor allem aus China.
Den Kern der Warnung bildet ein rechtlicher Zusammenhang: Apps, deren digitale Infrastruktur in China steht, unterliegen den dortigen Gesetzen. Daraus könnte sich nach Einschätzung des FBI für die chinesische Regierung die Möglichkeit ergeben, auf die Daten der Nutzer zuzugreifen.
Die Behörde benennt keine konkreten Anwendungen. Als naheliegende Beispiele, die auf das beschriebene Profil passen, gelten jedoch das von mehr als 200 Millionen US-Amerikanern genutzte TikTok sowie die Shopping-Apps Shein und Temu. Auch der KI-Chatbot DeepSeek fügt sich in dieses Muster ein. Gegen TikTok, Temu und DeepSeek sind US-Behörden bereits wegen Bedenken zur nationalen Sicherheit oder zur Datensicherheit vorgegangen. TikTok hat zuletzt eine Vereinbarung abgeschlossen, mit der ein neues Unternehmen entstehen soll, um ein Verbot in den USA abzuwenden.
Laut der Warnung könnten die betreffenden Apps persönliche Informationen sammeln, Nutzerdaten in China speichern und in einigen Fällen sogar Malware enthalten. Dazu zähle, so das FBI, “schädlicher Code und schwer zu entfernende Malware, die darauf ausgelegt ist, bekannte Schwachstellen in verschiedenen Betriebssystemen auszunutzen und eine Hintertür für erweiterte Rechte einzurichten – etwa um das Herunterladen und Ausführen weiterer schädlicher Pakete zu ermöglichen, die unbefugten Zugriff auf die Daten der Nutzer verschaffen sollen”.
Das FBI rät, verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit ausländischen Apps an das Internet Crime Complaint Center (IC3) zu melden. Die Warnung folgt kurz auf eine Ankündigung der FCC, den Erwerb neuer, außerhalb der USA gefertigter Consumer-Router zu untersagen.
