Variance richtet sich mit seiner Plattform an Finanzinstitute und große Unternehmen und will dort Ermittlungs- und Prüfprozesse automatisieren, die bislang manuell ablaufen. Die autonomen Agenten arbeiten nach Unternehmensangaben über die Prüfstufen L1 bis L3 hinweg, sammeln Belege, verarbeiten verstreute Daten und geben am Ende vollständig dokumentierte Entscheidungen aus – inklusive Quellenangaben und Prüfprotokollen.

Kern der Plattform ist eine eigens entwickelte Kontext-Engine. Sie bildet die Entitäten, Ereignisse und Beziehungen einer Organisation in einem einheitlichen Datenmodell ab, über das die Agenten schließen. Damit sollen sich laut Variance auch mehrstufige Ermittlungen über mehrere Verknüpfungen hinweg rasch durchführen lassen.

Eine weitere Ebene dient der Durchsetzung von Compliance-Vorgaben: Organisationen können ihre Ermittlungsabläufe in natürlicher Sprache hinterlegen, sodass die Agenten sie einheitlich und nachvollziehbar ausführen. Eine Datenzugriffsschicht verbindet die Plattform mit mehr als 150 Quellen weltweit, darunter Handelsregister, Sanktionslisten, Gerichtsakten, negative Medienberichterstattung sowie Plattformen zur Identitätsprüfung – über das offene, tiefe und das Darknet hinweg.

Variance-Mitgründerin und Geschäftsführerin Karine Mellata ordnete die Technik ein: Künstliche Intelligenz sei der größte Sprung, den man je gehabt habe – sowohl um Verbrechen zu erleichtern als auch um sie zu stoppen. Man wolle sie in vollem Umfang nutzen, damit sie auf der Seite derjenigen stehe, die Kriminalität bekämpfen. Die neue Finanzierung solle die Technik in die Hände jedes Compliance-Teams bringen, das diese Arbeit bislang auf dem mühsamen Weg erledige.

Die Series-A-Runde wurde von Ten Eleven Ventures angeführt. Beteiligt waren außerdem 645 Ventures, Y Combinator, Urban Innovation Fund und Okta Ventures. Zusammen mit früheren Investitionen kommt Variance damit auf eine Gesamtfinanzierung von 26 Millionen Dollar.