Der Defekt liegt im Authentifizierungsverfahren der IPMI-Spezifikation, konkret im RMCP+ Authenticated Key-Exchange Protocol (RAKP), das zur Fernverwaltung von Servern über den Baseboard Management Controller (BMC) genutzt wird. Beim Verbindungsaufbau sendet der BMC in der zweiten RAKP-Nachricht einen HMAC-Wert, der aus dem Passwort des angefragten Benutzerkontos abgeleitet ist – und zwar bevor der Anfragende seine Identität nachgewiesen hat. Ein Angreifer, der den Verwaltungsdienst über das Netz erreicht, kann diese Antwort einfach abrufen und erhält damit den Passwort-Hash des Kontos. Anschließend kann er offline und ohne weitere Interaktion mit dem Zielsystem beliebig viele Rate- und Wörterbuchangriffe durchführen, um das Klartextpasswort zu ermitteln. Gelingt das, steht ihm der volle Verwaltungszugriff auf den Server offen, unabhängig vom installierten Betriebssystem. Das Problem ist im Protokolldesign selbst angelegt und betrifft damit BMC-Implementierungen herstellerübergreifend.
Erwähnt in
Artikel und Wochenreports, die diese Schwachstelle behandeln- Artikel Alte IPMI-Schwachstelle legt Tausende BMC-Schnittstellen im Internet offen 04.08.2026
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