Kernel
Der Fehler steckt in der TLS-Empfangslogik des Linux-Kernels, also in jenem Teil, der verschlüsselte Netzwerkdaten entgegennimmt und an Anwendungen weiterreicht. Beim Auslesen von Daten darf eine Anwendung pro Vorgang entweder mehrere zusammenhängende Datensätze mit Nutzdaten oder genau einen Datensatz eines anderen Typs verarbeiten. Datensätze, deren Typ erst nach der Entschlüsselung feststeht, werden für den nächsten Lesevorgang in einer Warteliste zwischengespeichert. Für einen Datensatz ohne Inhalt, der aus dieser Warteliste stammt, fehlte die Prüfung dieses Sonderfalls. Dadurch greift die vorgesehene Typ-Behandlung nicht mehr, und nachfolgende TLS-Datensätze werden unter falschen Annahmen über direktes Entschlüsseln in den Anwendungspuffer und über das Zwischenspeichern verarbeitet. Ein Angreifer, der solche Datensätze einschleusen kann, bringt die Verarbeitung damit in einen inkonsistenten Zustand. Betroffene Versionen können bereits ohne Hersteller-Unterstützung sein; in diesem Fall wird der Umstieg auf eine unterstützte Variante empfohlen.
Setzen Sie die Gegenmaßnahmen gemäß den Hersteller-Anweisungen um. Stehen keine Gegenmaßnahmen zur Verfügung, sollte der Einsatz des Produkts eingestellt werden; die Internet-Erreichbarkeit der betroffenen Systeme ist dabei zu bewerten.
Erwähnt in
Artikel und Wochenreports, die diese Schwachstelle behandeln- Artikel Bisher keine Artikel.