Die Schwachstelle steckt im Grafik-Subsystem (DRM) des Linux-Kernels, konkret in der Funktion zum Ändern von Handles für Grafikpuffer-Objekte. Während der Verarbeitung des entsprechenden ioctl-Aufrufs existierte kurzzeitig ein Objekt mit zwei gleichzeitig gültigen Verweisen. Findet parallel ein Schließen eines Grafikobjekts statt, kann dieses das Objekt freigeben und nur einen der beiden Verweise entfernen, sodass der zweite Verweis ins Leere zeigt. Wird dieser verwaiste Verweis anschließend noch benutzt, entsteht ein Zugriff auf bereits freigegebenen Speicher (Use-after-Free). Solche Speicherfehler im Kernel können zu Systemabstürzen führen und lassen sich unter Umständen dazu ausnutzen, Speicherinhalte zu manipulieren und erweiterte Rechte zu erlangen. Ausnutzbar ist der Fehler lokal durch einen Prozess, der die Grafikschnittstelle nutzt und die betroffenen Aufrufe zeitlich gezielt überlappt. Behoben wurde das Problem, indem der alte Verweis zunächst auf einen Leerwert gesetzt und erst nach erfolgreichem Abschluss der Operation endgültig geschlossen wird.
Erwähnt in
Artikel und Wochenreports, die diese Schwachstelle behandeln- Artikel Wochenrückblick: ShareFile-Warnung und lange Liste neuer Schwachstellen 13.07.2026