Der Fehler steckt in der KVM-Virtualisierungsschicht des Linux-Kernels, konkret in der Speicherverwaltung für Shadow Paging auf x86-Systemen. Beim Aufbau der Schattenseitentabellen prüft die Funktion, die eine untergeordnete Shadow-Page beschafft, nicht die Rolle der bereits vorhandenen Seite. Wird ein Verzeichniseintrag von außerhalb des Gastsystems so verändert, dass er statt auf eine große Speicherseite auf eine kleinere, indirekt abgebildete Struktur zeigt, wird die alte Seite mit unpassender Rolle weiterverwendet. Dadurch berechnet der Kernel beim späteren Aufräumen die zugehörige Speicheradresse falsch und entfernt den registrierten Rückverweis nicht. Wird der betroffene Speicherbereich der virtuellen Maschine anschließend entfernt, gibt der Kernel die Schattenseite frei, während der Verweis darauf erhalten bleibt. Späterer Zugriff auf diesen verwaisten Verweis führt zur Nutzung von bereits freigegebenem Speicher, was Abstürze oder eine Manipulation von Kernelspeicher ermöglichen kann. Betroffen sind Hosts, die virtuelle Maschinen mit Shadow Paging betreiben.
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