RouterOS
Der Fehler steckt im SSH-Dienst von MikroTik RouterOS, dem Betriebssystem der MikroTik-Netzwerkgeräte. Der Server hält die vorgeschriebene Reihenfolge des Verbindungsaufbaus nicht ein: Fordert ein Client einen Schlüsselwechsel (Rekey) an, wechselt RouterOS anschließend in die eigentliche Verbindungsphase, obwohl nie eine Benutzeranmeldung stattgefunden hat. Dadurch kann ein Angreifer ohne jede Authentifizierung einen Sitzungskanal öffnen und eine Befehlsausführungs-Anfrage stellen, die der Server tatsächlich verarbeitet. In der Folge lassen sich ohne Zugangsdaten Dateien im verwalteten Dateibereich von RouterOS anlegen, überschreiben und neu zusammensetzen – darunter auch Support-Dateien mit Konfigurations- und Diagnosedaten. Damit erhält ein Angreifer Zugriff auf sensible Geräteinformationen und eine Grundlage für weitergehende Angriffe; der Fehler lässt sich mit einer weiteren Schwachstelle verketten, um unauthentifiziert noch tiefer in das System einzugreifen. Betroffen sind Geräte, deren SSH-Zugang erreichbar ist.
Setzen Sie die Gegenmaßnahmen gemäß den Hersteller-Anweisungen um. Stehen keine Gegenmaßnahmen zur Verfügung, sollte der Einsatz des Produkts eingestellt werden. Prüfen Sie zudem die Erreichbarkeit der Geräte aus dem Internet.
Erwähnt in
Artikel und Wochenreports, die diese Schwachstelle behandeln- Artikel CISA nimmt Schwachstellen in WSO2, Adobe Commerce, SharePoint und RouterOS in den KEV-Katalog auf 25.09.2026
- Artikel MikroTrick: Zwei verkettete RouterOS-Lücken ermöglichen Übernahme von MikroTik-Routern ohne Passwort 23.09.2026
- Artikel MikroTik schließt sechs RouterOS-Lücken – zwei davon aktiv als "MikroTrick" kombiniert 08.09.2026