Die Schwachstelle liegt in der Logik für die erneute Übertragung von Handshake-Nachrichten bei DTLS, also der für verbindungslose Transporte gedachten Variante der TLS-Verschlüsselung. DTLS-Handshake-Nachrichten können in mehreren Teilstücken verschickt werden, und ein solcher Schreibvorgang kann mitten in einer Nachricht pausieren, wenn der darunterliegende Transportweg vorübergehend keine weiteren Daten annimmt. Läuft währenddessen der Wiederholungs-Timer ab, wird eine frühere Nachricht erneut gesendet – dabei wurden jedoch derselbe interne Puffer und dieselbe Positionsmarkierung weiterverwendet, ohne die Leseposition auf den Nachrichtenanfang zurückzusetzen. Dadurch wird an der Stelle weitergelesen, an der der unterbrochene Schreibvorgang stehen geblieben war. Die Folge ist ein Lesezugriff über die Grenzen des reservierten Speicherbereichs hinaus: Der Kommunikationspartner erhält Reste des Arbeitsspeichers im Klartext als vermeintliche Handshake-Daten, oder die Anwendung stürzt ab, wenn in nicht zugeordnete Speicherbereiche gelesen wird. Zusätzlich überschreibt die Wiederholung die interne Buchführung, die der unterbrochene Schreibvorgang zum Fortsetzen benötigt.
Erwähnt in
Artikel und Wochenreports, die diese Schwachstelle behandeln- Artikel OpenSSL schließt schwere DTLS-Lücke: Heap-Speicher kann unverschlüsselt abfließen 30.09.2026
- Artikel OpenSSL und WolfSSL schließen jeweils rund ein Dutzend Schwachstellen 30.09.2026