Die Schwachstelle betrifft die Verarbeitung von X.509-Zertifikaten in OpenSSL. Die Bibliothek legt die decodierten Werte der X.509v3-Erweiterungen eines Zertifikats beim ersten Bedarf in einem Zwischenspeicher innerhalb des Zertifikatsobjekts ab. Dieser Aufbau erfolgt in zwei Schritten: Die Werte werden unter einer Lesesperre berechnet und anschließend unter einer Schreibsperre eingetragen. Da eine Lesesperre mehrere Threads gleichzeitig zulässt, können mehrere Threads denselben Zwischenspeicher parallel berechnen; jeder Thread überschreibt beim Eintragen die Ergebnisse des vorherigen und gibt dessen Speicher frei, obwohl Aufrufer noch mit Zeigern darauf arbeiten. Es entsteht ein lesender Zugriff auf bereits freigegebenen Speicher (Use-after-Free). Gefährdet sind vor allem die gemeinsam genutzten vertrauenswürdigen CA-Zertifikate zur Kettenprüfung. Ein entfernter, nicht authentifizierter Gegenüber kann dadurch einen mehrfädigen TLS-Client oder einen TLS-Server, der Client-Zertifikate anfordert, zum Absturz bringen – ein Denial of Service. Vom Gegenüber gesendete Zertifikate sind nicht betroffen.
Erwähnt in
Artikel und Wochenreports, die diese Schwachstelle behandeln- Artikel OpenSSL schließt schwere DTLS-Lücke: Heap-Speicher kann unverschlüsselt abfließen 30.09.2026
- Artikel OpenSSL und WolfSSL schließen jeweils rund ein Dutzend Schwachstellen 30.09.2026